Es ist nicht viel Schnee, aber für mich der erste in diesem Winter. Es knirschte unter meinen Schuhen, ein schönes Geräusch. Ich bin in Seis am Schlern, aber mit Geige, nicht mit Skischuhen. Die letzten beiden Konzerte vor dem WEIHNACHTSFEST finden in Brixen und Meran statt. Philipp von Steinaecker dirigiert die h-moll-Messe. Und geprobt wird hier in den Bergen.
Ich lasse diesmal alles ruhig angehen und bin erstmal in München geblieben. Das war so schön, vielen Dank, liebe Bettina und lieber Hubert, für die schöne Zeit. Wir schlenderten über verschiedene Weihnachtsmärkte. An der Münchner Freiheit gab es sehr fantasievolle Dinge. Einer machte alles mögliche mit Stoffmäusen, ein anderer lustige Tiere aus Keramik, der nächste Wanduhren aus allerlei Dingen wie Bratpfannen, Streichholzschachteln, Besen… Lustige Hüte, Schmuck und vieles mehr- wie gut, dass ich noch weiterfahren wollte! Mir gefällt es immer am besten, wenn Leute was besonderes anbieten. Am chinesischen Turm im englischen Garten war es auch romantisch mit Bläsern vom Turm. Aber wir besuchen auch eine sehr schöne Ausstellung mit Porträts von Cranach, Dürer, Holbein u.a. Das war richtig spannend, diese Gesichter, manche sahen aus wie von heute. Dazu die herrliche Bekleidung und die tollen Hüte! Also wer grade in München weilt, das ist empfehlenswert.
Und heute genoss ich die Fahrt hierher, ging spazieren und am späten Nachmittag ins hoteleigne Schwimmbad mit Sauna. Dort war ich ganz für mich, nun bin ich erholt? Das werde ich morgen sehen. Der Schlern hat sich bisher nur einmal ganz kurz gezeigt, hoffentlich geht die große Wolke noch weg.
Ich bin wieder zu Hause. Nachdem mich der Londoner Nebel in Heathrow am Sonntag doch länger als geplant festgehalten hatte, bin ich gut in mein Harzstädtchen zurückgekehrt.
Ich habe hier ein paar Fotos eingestellt:
Außerdem kann man auf der Monteverdi Internetseite den Mitschnitt des Konzertes in New York anhören.
Und es gibt neuerdings dort auch einen Blog mit vielen spannenden Kommentaren. Wer kein Englisch versteht, hat sicher Spaß an den Fotos!
New York begrüßte uns gestern grau und regnerisch. Endlich hatte sich die Mitnahme meiner Regenjacke als sinnvoll erwiesen. Erstaunlich, wie dunkel es mittags zwischen den unendlich hohen Häuserblocks ist. Erst am Abend erstrahlen die farbigen, leuchtenden Reklamen von den sonst trostlos wirkenden Häuserfassaden. Wir mussten auf die Zimmer warten und gingen schnell etwas essen. Keine Zeit für sinnvolle Unternehmungen. Aber mein Debüt in Carnegiehall mit Beethovens 7&5 war ein besonderes Erlebnis. Das Publikum war zwar recht unruhig, aber trotzdem aufmerksam und begeistert. Ich frage mich, wie oft manche Konzertbesucher diese Sinfonien schon gehört haben. Und ob sie einen Unterschied in den verschiedensten Aufführungen merken? Und ob es anders klingt mit den historischen Instrumenten? Ich meine für die Ohren des Publikums? Für mich klingen vor allem die Bläser so anders, dass ich mir den Klang mit modernen Instrumenten nicht zurückwünsche. Aber das muss jeder für sich entscheiden, ich würde nur gern wissen, wie deutlich der Unterschied für einen “normalen“ Zuhörer ist.
Heute folgen noch 3&4. Die 4.spielt sich bestimmt in dem klaren Saal auch sehr gut. Ich freue mich darauf. In diesen Tagen 1988 musste ich das Beethoven Violinkonzert in Dresden mit dem Hochschulorchester unter Volker Rohde spielen. Also ein kleines persönliches Jubiläum zu Beethoven, nun zum Glück kein Solokonzert, aber in Carnegiehall.
Philadelphia ist toll. Überall begegnete mir heute Benjamin Franklin. Ich habe aus Zeitmangel auf die Kunstmuseen verzichtet und bin einfach herumgelaufen. Ich wollte unbedingt auf die große Brücke, auf der ich gestern Fußgänger gesehen hatte. Das war gar nicht so einfach und ganz schön aufregend. Man läuft lange, es geht hoch hinaus, unten fahren in der Mitte die Autos und an der Seite Züge. Mir wurde nicht schwindlig, aber es war komisch. Wenn jemand entgegen kam, hoffte ich nur, dass er mich nicht schubst. Nun haben wir in dem großen Saal im Kimmelcentre geprobt. Es klingt toll, ist aber schwer zu hören. Heute sind 3 und 5 dran. Leider wird John Eliot Gardiner heute nicht zum Publikum sprechen. Das war bei den letzten Konzerten sehr eindrucksvoll. Selbst ich habe noch was Neues über die Sinfonien erfahren. Ich bin gespannt, ob das Publikum hier auch so begeistert ist wie in CHAPEL HILL.
Wir sind in Amerika!
Unsere kleine Tour mit nur 4 SINFONIEN von den 9 des Revolutionärs Beethoven begann im angenehmen Universitätsstädtchen Chapel Hill in Northcarolina. Wunderschön, wie bunt gerade die herbstlichen Bäume aussahen. Besonders gefiel mir ein kleiner botanischer Garten. Aber es gab auch ein gutes Café zum Frühstücken im amerikanischen Stil: Pancakes, viele Arten von Eiergerichten. Es war lustig, die Köche dabei zu beobachten. Einmal aß ich auch in einem sehr guten vegetarischen Restaurant, the butternutsquash, geschlossen Sonntag & Montag. Das Kunstmuseum hatte auch einiges Sehenswertes.
Auf nach Philadelphia!