Konzert im Wasserpalais

Gestern gab es gleich zwei Premieren: Zum einen wollte ich schon immer gern mal im Schloss Pillnitz bei Dresden musizieren und zum anderen durften wir beim gestrigen Konzert dort mit einem historischen Cembalo spielen. Beides war sehr eindrucksvoll.

Das Schloss Pillnitz war ja auch bei der Flut 2002 arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Es erstrahlt jetzt in neuem Glanze und lädt die zahlreichen Besucher zum Lustwandeln in Park und Schloss ein. Eine besondere Attraktion ist die riesige Kamelie, deren Mutterpflanze wahrscheinlich der schwedische Botaniker Thunberg 1776 von einer Japanreise nach England mitgebracht hatte. Die Kamelie ist über 200Jahre alt und 8 Meter hoch. Sie wird durch ein eigenes Haus im Winter vor der Kälte geschützt.

Wasserpalais Pillnitz

Wasserpalais Pillnitz

Das Wasserpalais mit seinen chinesischen Malereien schaut direkt über die Elbe. Zum Glück hörten wir während des Konzertes keinen Dampfer hupen, die Flottenparade war erst später am Abend.

Doch nun zum Musikalischen: Das Cembalo ist aus der Sammlung des Museums und wurde von Johann Heinrich Gräbner d. J., Dresden 1739 erbaut. Es ist in solch einem guten Zustand, dass es wirklich für Konzerte genutzt werden kann. Ich schwärme jetzt davon. Alles, was man sonst am Cembalo nicht mag, das hat das Instrument gar nicht. Dafür klingt es voll und einfach herrlich, überall ausgeglichen, herrliche Bässe, klare Höhen ohne klingklong. Und es mischt sich trotz seines Klangvolumens unglaublich mit anderen Instrumenten. Unsere Violen d’amore resonieren ja von allein, sind aber oft auch wieder zu leise. Das war gestern alles kein Problem. Ich habe das ganze Konzert und auch die Probe sehr genossen und hoffe, bald mal wieder zu so einem Luxus zu kommen.
Das Konzert selbst war aber auch ein Freude, so ein interessiertes Publikum, was zahlreich erschienen war (nicht nur unsere lieben Verwandten und Freunde!).

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