Carnegiehall
New York begrüßte uns gestern grau und regnerisch. Endlich hatte sich die Mitnahme meiner Regenjacke als sinnvoll erwiesen. Erstaunlich, wie dunkel es mittags zwischen den unendlich hohen Häuserblocks ist. Erst am Abend erstrahlen die farbigen, leuchtenden Reklamen von den sonst trostlos wirkenden Häuserfassaden. Wir mussten auf die Zimmer warten und gingen schnell etwas essen. Keine Zeit für sinnvolle Unternehmungen. Aber mein Debüt in Carnegiehall mit Beethovens 7&5 war ein besonderes Erlebnis. Das Publikum war zwar recht unruhig, aber trotzdem aufmerksam und begeistert. Ich frage mich, wie oft manche Konzertbesucher diese Sinfonien schon gehört haben. Und ob sie einen Unterschied in den verschiedensten Aufführungen merken? Und ob es anders klingt mit den historischen Instrumenten? Ich meine für die Ohren des Publikums? Für mich klingen vor allem die Bläser so anders, dass ich mir den Klang mit modernen Instrumenten nicht zurückwünsche. Aber das muss jeder für sich entscheiden, ich würde nur gern wissen, wie deutlich der Unterschied für einen “normalen“ Zuhörer ist.
Heute folgen noch 3&4. Die 4.spielt sich bestimmt in dem klaren Saal auch sehr gut. Ich freue mich darauf. In diesen Tagen 1988 musste ich das Beethoven Violinkonzert in Dresden mit dem Hochschulorchester unter Volker Rohde spielen. Also ein kleines persönliches Jubiläum zu Beethoven, nun zum Glück kein Solokonzert, aber in Carnegiehall.