Et vitam venturi

Paris!

Nach einem herrlich erholsamen freien Wochenende kamen heute alle wieder in Paris zusammen. Ich muss schon sagen, wenn man sich so am Mittag vom Gare de l’Est zum Gare du Nord durch Auto- und Menschenmassen mit Koffer und Geige schiebt und es dabei auch noch regnet, dann bleiben einem die Schönheiten von Paris doch sehr verborgen. Aber es war eben so ein Tag, an dem ohnehin nicht viel Zeit für Tourismus blieb. So konzentrierten wir uns auf das Konzert, welches sehr schön war. Der Saal Pleyel klingt wirklich gut, das hatte ich gar nicht mehr so in Erinnerung. Es war auch voll und die Franzosen begeistert.
Et vitam venturi…das ewige Leben…

Was Beethoven wohl mit dieser Musik zu diesem Text sagen wollte? Es beginnt zart mit den Sopranen, fast wie eine Frage nach dem ewigen Leben. Dann steigert es sich lange mehr und mehr bis nach einem Ausbruch mit dem ganzen Orchester eine schnellere Fuge einsetzt. Und nun scheint mir alles wild durcheinander zu gehen, jeder versucht wie besessen, sich aus seinem Sumpf heraus zu strampeln. Es wird lauter und lauter. Ist es der Schrei nach Erlösung? Die Darstellung des Erdendaseins? Seines Erdendaseins? Die panische Angst, nicht zum Ende zu gelangen? Ich weiß es nicht. Es wirkt manchmal wie in einem Albtraum, wenn man rennen will und doch nicht weiterkommt.

Wenn dann endlich auch die Solisten ihr Amen dazu geben dürfen, beruhigt sich das aufgewühlte Ensemble. Die Sopranstelle klingt wie aus der Neunten „wo dein sanfter Flügel weilt“ und versöhnt Gott und die Welt mit leisen in den Himmel schwingenden Sechzehnteln.

Sehen bzw. spielen und hören wir morgen weiter. Früh fährt der Zug nach Bern, wo abends die Missa Nr.7 erklingen soll!

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