Sanctus

Kulturkasino in BernGestern war wohl der anstrengendste Tag unserer ganzen Tour. Wir fuhren früh gemütlich mit dem Zug über Genf nach Bern. Dort hatten wir aber kein Hotel und mussten die Zeit bis zur Probe so durch die Stadt laufen, etwas essen oder wie manche in der Garderobe schlafen. Die Sonne kam heraus, ich setze mich noch in ein Straßencafé. Das Kulturkasino in Bern hat einen sehr schönen Saal. Es war ganz voll und das Publikum wieder sehr begeistert. Zum Glück war ich im Konzert nicht mehr so müde.

Sanctus ist eines der schönsten Stücke der Missa, vor allem der Anfang. Klangschön beginnen die tiefen Streicher mit den Fagotten, das Solistenquartett verkündet zart und mit Andacht: Sanctus! Fast beschwörend steigert es sich am Schluss wie in einen Sprechgesang, darunter flimmernde Töne der tiefen Streicher. Daraus entspringt eine virtuose Passage, welche wiederum immer beschwingter als Hosanna weiter geführt wird, bis am Ende wieder alles zur Ruhe kommt und wiederum nur die tiefen, dunklen Instrumente übrig bleiben, diesmal sogar ganz ohne Gesang. Aus dieser wunderbaren Klangwolke entsteht dann das Benedictus, aber dazu später mehr.

Zunächst haben wir eine wohlverdiente Beethovenpause und sehen uns alle in ein paar Tagen in Wien wieder. Ich selbst sitze schon im Zug dorthin und freue mich sehr auf diesen kleinen Urlaub dazwischen.

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