111 bunte Tulpen zum Jubiläumsmarathon

Lange habe ich nichts mehr geschrieben, nun möchte ich endlich mal wieder etwas von mir lesen lassen:

Jubiläum der Schönefelder Schloßkonzerte in Leipzig !

Wir haben in unserer Schönefelder Konzertreihe das 111. Konzert gefeiert. Das 1oo. hatten wir verpaßt, man zählt ja nun nicht ständig, bei welchem Konzert man gerade ist, denn alle Energie geht ja ins Programmplanen und andere wichtige Vorbereitungen eines solchen Konzertes. In den letzten 15 Jahren haben wir bis auf wenige Ausnahmen nie ein Werk zweimal aufgeführt, nie ein Programm wiederholt. Es gab ähnliche Programme, z.B. all die Preußen und Sachsen, hinter denen sich dann die vielen Graun Trios und Solosonaten verbargen. Nun zum 111. Konzert sollte es ganz anders sein: Wir stellten ein langes Programm zusammen, in welchem alles Schöne, Besondere und Außergewöhnliche der Reihe zu Gehör kam. Zwei Pausen, in denen Jaques Weindepot wie schon zu den Sommerfesten,  leckeren Wein und Brot mit sehr schmackhaften Aufstrichen servierte. Wir hatten den Beginn auf 18 Uhr gesetzt, Stühle und vor allem der Platz, sie irgendwo hinzustellen, waren nicht mehr vorhanden.
Wie schön, wenn sich alle so für die Sache interessieren. Das Konzert dauerte dann bis 22.30 Uhr. Kaum einer war vorher gegangen. Am Ende wurden Dorothea, Knut und mir von Petra und den anderen ein Orden und 111 Tulpen überreicht! So was hatten wir gar nicht erwartet.  Aber auch die anstrengende Vorbereitung und die, der Länge gemäß dann doch knappe Probenzeit, wurde von allen Mitspielern so konstruktiv unterstützt, dass wir wirklich dieses Mammutprogramm ohne Patzer durchstehen und sogar genießen konnten. Es gab viele heikle Übergänge, in denen man z.B. in kurzer Zeit vom normalem Konzertoutfit in eine Bekleidung  in einer Farbe kommen mußte. Die Zuhörer hatten Spaß für Aug und Ohr. Ich stellte eine Chronik von allen Konzerten zusammen, das war auch für uns sehr interessant, denn vieles vergißt man ja auch im Laufe der Zeit.

Leider habe ich momentan keine Bilder, vielleicht bekomme ich noch welche zum Einstellen.

Johanniterburg Kühndorf

Endlich komme ich dazu, ein paar meiner Fotos hier einzustellen, die ich am 4.Oktober auf der Johanniterburg bei Meiningen fotografiert hatte. Wir waren zum „Güldenen Herbst“ mit unserem „Bella Sirena“ Programm in diese Burg eingeladen worden. Herrliche alte italienische Musik in alten verwunschenen Mauern, dazu Lesungen von Niklas Trüstedt aus dem Decameron. Wie paßte das so wunderbar zusammen! Leider konnte ich nicht am anschließenden Menü (vom Hausherren selbst zubereitet!) teilnehmen, da ich schon wieder ganz früh nach London fliegen mußte, aber ich genoß  diese Art von Konzert auch so in vollen Zügen. Wie immer, wenn Ort und Musik zusammenpassen, fühlt sich auch das Publikum (von uns ganz zu schweigen) sehr wohl. Ich kann die Burg sehr für einen Ausflug empfehlen, es gibt sogar Gästezimmer und Ferienwohnungen dort. Das junge Ehepaar ist unglaublich nett.  Auf ihrer Homepage kann man alle Infomationen finden. Ich freue mich schon auf das nächste Mal, vielleicht in einer etwas sonnigeren Stunde…

Ein Wochenende der Gegensätze

Nachdem wir am Donnerstag bei der Direktübertragung von „Carmen“ in alle möglichen französischen Kinos fast weggeflossen sind und kein Portamento auf den klebrigen Darmsaiten mehr möglich war, stieg ich am Freitag in Leipzig pünktlich aus dem Flugzeug und es nieselte bei 17Grad. Die Proben waren schön und anstrengend, ich hatte mir wieder viel Mühe bei der Zusammenstellung des Programmes „Von Bächen und Bäumen“ gegeben, aber jedes Jahr ist es dann doch wieder zu viel zum Proben mit so wenig Zeit. Sonnabend früh nieselte es wieder, es war nicht kalt, aber auch nicht gerade sommerlich gemütlich. Na ja, wir bereiteten drinnen alles vor und konnten dann aber doch den ersten Teil unseres Sommerfestes draußen spielen. Das war schön.

Blau und Grün für Bach und Baum
Blau und Grün für Bach und Baum
 

Kuchen gab es auch draußen und dann ging es im Saal mit Erlebach und Ariosti weiter. Es war wirklich ein schöner Nachmittag und letztlich hätte es mit starken Gewittergüssen noch schlimmer werden können. So blieben alle halbwegs trocken und keiner bekam einen Sonnenstich.

erster Teil fand draußen statt...

 
Zurück in Paris am Sonntag mittag (Air France war wieder pünktlich.) empfing mich die lähmende Hitze, die immer noch anhält. Die Vorstellung von Carmen (zurück zur anderen Geige und zu 440hz) hat auch wieder Spaß gemacht. Ich war froh, daß alles so gut lief.
Am Abend verzichtete ich auf gemeinsame Abendessen und ging zur Pont Neuf, um mal wieder eine Bootsrundfahrt auf der Seine zu machen. Das erschien mir nach diesem Tag die sinnvollste Abendgestaltung und so war es auch. Ich genoß die Farben der Dämmerung und den Halbmond, der über den Häusern stand. Die Ufer waren voller Leute, der Sommer hatte hier Einzug gehalten.