Konzertmitschnitte aus Versailles

Nun sind wir aus Versailles zurück. Auf der Website von Monteverdi kann man zwei Videos ansehen, das Konzert vom vergangenen Sonntag und die Marienvesper vom März. Ich habe es selbst noch nicht gesehen. Hoffentlich merkt man nicht, dass ich im März einen schlimmen Husten hatte…

http://www.monteverdi.co.uk/news-reviews/multimedia

Viel Spaß beim „Konzertbesuch“ in Versailles!

 

Paris – Fete de la musique

Kaum  zu glauben, heute ist der 21.Juni! Und damit man nicht traurig ist, dass nun die Tage schon wieder kürzer werden, wird überall gefeiert. Hier in Paris schon seit 33 Jahren mit Musik. Überall und besonders jetzt ab 9 die ganze Nacht durch.

Daran hatte ich natürlich nicht gedacht, als ich meine Idee, einen Tag früher als die Gruppe nach Paris zu reisen, durchsetzte.
Aber es hat sich durchaus schon gelohnt, tolle Zugfahrt in der 1. Klasse (war das billigste!) und dann nach etwas Warten ein herrliches Zimmer am GARE du Nord.

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Mein Spaziergang bei hochsommerlichen Temperaturen hat mich an alte Pariser Zeiten erinnert. Später will ich mich nochmal ins abendliche Getümmel stürzen und die lange Nacht mit den begeisterten Leuten draußen feiern.

Morgen ist Konzert in Versailles.

Et vitam venturi

Paris!

Nach einem herrlich erholsamen freien Wochenende kamen heute alle wieder in Paris zusammen. Ich muss schon sagen, wenn man sich so am Mittag vom Gare de l’Est zum Gare du Nord durch Auto- und Menschenmassen mit Koffer und Geige schiebt und es dabei auch noch regnet, dann bleiben einem die Schönheiten von Paris doch sehr verborgen. Aber es war eben so ein Tag, an dem ohnehin nicht viel Zeit für Tourismus blieb. So konzentrierten wir uns auf das Konzert, welches sehr schön war. Der Saal Pleyel klingt wirklich gut, das hatte ich gar nicht mehr so in Erinnerung. Es war auch voll und die Franzosen begeistert.
Et vitam venturi…das ewige Leben…

Was Beethoven wohl mit dieser Musik zu diesem Text sagen wollte? Es beginnt zart mit den Sopranen, fast wie eine Frage nach dem ewigen Leben. Dann steigert es sich lange mehr und mehr bis nach einem Ausbruch mit dem ganzen Orchester eine schnellere Fuge einsetzt. Und nun scheint mir alles wild durcheinander zu gehen, jeder versucht wie besessen, sich aus seinem Sumpf heraus zu strampeln. Es wird lauter und lauter. Ist es der Schrei nach Erlösung? Die Darstellung des Erdendaseins? Seines Erdendaseins? Die panische Angst, nicht zum Ende zu gelangen? Ich weiß es nicht. Es wirkt manchmal wie in einem Albtraum, wenn man rennen will und doch nicht weiterkommt.

Wenn dann endlich auch die Solisten ihr Amen dazu geben dürfen, beruhigt sich das aufgewühlte Ensemble. Die Sopranstelle klingt wie aus der Neunten „wo dein sanfter Flügel weilt“ und versöhnt Gott und die Welt mit leisen in den Himmel schwingenden Sechzehnteln.

Sehen bzw. spielen und hören wir morgen weiter. Früh fährt der Zug nach Bern, wo abends die Missa Nr.7 erklingen soll!