Sonntagsspaziergang in Paris

Wer schon einmal in Paris war, der weiß, wie viele Autos sich tagtäglich selbst durch die engsten Straßen im Marais drängen. Manchmal wird dann ein Spaziergang dadurch sehr anstrengend. Aber die Pariser haben seit einigen Jahren eine wunderbare Tradition, dass am Sonntag die Ufer der Seine nicht befahren werden dürfen. (Dafür staut es sich dann an den anderen Straßen, aber das ist ja egal.) Diese Regelung wird von Fahrradfahrern, Joggern, Rollerbladern und auch von Fußgängern sehr angenommen. Inzwischen gibt es auch im Marais und anderen Stadtteilen eine autofreie Sonntagszone.

Für mich ist aus diesem Angebot meine traditionelle Sonntagsrunde entstanden:

Vogelmarkt
Vogelmarkt

Zuerst gehe ich über den Vogelmarkt, der auf der Ile de la Cité am Quai Corse jeden Sonntagmorgen stattfindet. Da verkaufen die Männer vom Lande ihre Kanarienvögel. Es gibt außer den Vögeln auch herrliche Blumenstände. Nächstes Ziel ist dann Notre Dame. Die Messen, die dort gefeiert werden, sind leider im Moment von den trotzdem herumwandernden Touristen etwas gestört. Aber die Orgel ertönt und es ist eben Sonntag. Auf der rechten Seite der Kirche führt ein kleiner Garten hinter die Kirche, wo man sehr schön sitzen kann. (Dort gibt es auch eine Toilette!). Der Spaziergang geht weiter auf die Ile St. Louis. Direkt auf der Brücke kann man immer gute Straßenmusik hören.

sonntägliche Straßenmusik
sonntägliche Straßenmusik

Auf der Ile St. Louis gibt es viele kleine interessante Geschäfte, die Sonntags etwa ab 11 Uhr geöffnet haben. Am Ende der Insel geht man links über die Brücke und sucht sich einen Abgang zur Seine hinunter, wo normalerweise die Autos rasen. Hier kann man lange spazieren und die Brücken aus der tieferen Perspektive betrachten. Entweder, man nutzt die gesamte freie Straße, oder man biegt bei den Tullerien in den Park und gelangt durch den Louvre zurück zum Ausgangspunkt. Das nächste Mal werde ich das Marais ohne Autos ausprobieren, vielleicht heute nachmittag.

Am Grab von Bizet

Grab von Bizet
Grab von Bizet

Heute spielen wir wieder Carmen. An solchen Tagen nehme ich mir immer nur eine kleine Sache vor, am besten einen Spaziergang. Von unserem Tenor „Don Jose“ wurde ich inspiriert, das Grab von Bizet auf dem großen Friedhof Pére Lachaise aufzusuchen. Seine Beschreibung (unter http://www.tenorrichards.blogspot.com/ ) ist wirklich lesenswert. Er nahm aus der Oper noch drei „Token“ mit dorthin: eine Spielkarte, eine Kunstblume und ein Bild von Escamillo. Leider war davon heute nur noch eine Rose da. In seinem Blog beschreibt Andrew Richards mit Bildern auch die Proben von Carmen aus einer anderen Perspektive. Ich fand es interessant.

Der Friedhof ist wunderbar, um vom Getöse der Stadt, vor allem an einem Sonnabend, Ruhe zu finden. Es sind dort auch noch andere Persönlichkeiten begraben, Rossini z.B. und Edith Piaf. Und auch Oscar Wilde. Ich habe mir gleich noch etwas von seinen Erzählungen angehört, u.a. Die Nachtigall und die Rose, eine sehr berührende Geschichte…

Nun gibt es noch Tee mit einem Flan noix et coco von Bäcker Paul. Ich freue mich schon auf heute abend.

Erster Tagebucheintragung direkt aus Paris

 

Geiger an der Opera Comique

Hier ist nun mein erster Versuch eines elektronischen Tagebuchs für alle meine Freunde und Interessenten. Ich bin gerade in Paris, spiele mit dem Orchestre révolutionaire et romantique in der Opera Comique Carmen. Das ist unglaublich spannend und herrlich zu spielen. die Sänger sind hervorragend und die Opera comique, wo Carmen ja uraufgeführt wurde, ist ein besonders schönes Opernhaus. Der goldene Geiger (siehe Foto) steht an der Vorderfassade beim Haupteingang der Oper.

Unglaublich, wie das mit der Technik so funktioniert, noch kurz zuvor wurde ich inspiriert, doch auch mal einen Blog zu benutzen, und schon schreibe ich den ersten Artikel: Ein riesiges Lob der Schwägerin Petra!!!